Bikefitting

Unter Bikefitting versteht man, dass die Hersteller zwar diverse Fahrradgrößen erzeugen, das ausgelieferte Rad aber meist von der persönlichen, idealen Geometrie abweicht. Der Prozess bei dem das Rad angepasst wird, bezeichnet man als Bikefitting.

Es gibt am Markt mehrere Anbieter solcher Systeme. Wir arbeiten mit Smartfit von Radlabor. Von der Person werden 5 Punkte vermessen. Innenbeinlänge, Kniehöhe, die Position von Handgelenk, Schultergelenk und zuletzt die Brustbeinhöhe. Im System sind die Geometriedaten der Räder hinterlegt und der Computer berechnet basierend auf den gemessenen Längen die Sattelhöhe/Sattelversatz und je nach gewählter Sitzposition, hier kann von komfortabel bis sportlich gewählt werden, die benötigte Lenkerposition.

Wir nutzten dieses Tool bereits zur Größenbestimmung beim Verkauf. Wünscht der Kunde das Fitting, so wird das Rad bereits angepasst ausgeliefert. Grundsätzlich kann man es jederzeit nachholen, auch bei Rädern die schon länger in Verwendung sind. Ab und zu kann es vorkommen, dass sich die gewünschte Sitzposition mit dem Rad nicht erreicht wird (Rad zu klein/groß gekauft), dann können wir uns sinnvolle Alternativen überlegen.

Um im Profisport heutzutage mithalten zu können, reicht es schon lange nicht mehr, nur hart zu trainieren. Somit macht es auch Sinn nicht nur in High-End-Material zu investieren, sondern sich auch mit der Sitzposition zu beschäftigen. Mediziner und Sportwissenschaftler betrachten dabei die Kräfte und Bewegungen, die sich beim Fahren im Muskel und in den Gelenken abspielen. Ziel ist es die Belastung für den Körper so gering wie möglich zu gestalten, um Ermüdung und im schlimmsten Fall körperlichen Schmerz zu verhindern. Und genau hier kommt der Vorteil für Hobbyfahrer ins Spiel. Die Erkenntnisse ermöglichen es uns, auch nicht so gut trainierte Fahrer möglichst schonend auf das Rad zu setzen und somit den Grundstein für Freude am Fahren zu legen.

Wenn man sich den Körper als Feder vorstellen würde, so wäre die Feder entspannt, wenn man aufrecht steht. Je weiter sich der Oberkörper nach vorne beugt, desto mehr erhöht sich die “Vorspannung”. Das soll bedeuten, dass sich mit “Vorspannung” mehr Kraft auf das Pedal übertragen lässt. Als zwei Extrembeispiele kann man hier einen “Hollandrad-Fahrer” als sehr aufrecht sitzend und einen Triathleten als nahezu am Rad liegend nennen. Als Faustregel kann man sich merken, je höher der Lenker, desto geringer muss der Abstand zwischen Sattel und Lenker sein, was einer komfortablen Position entsprechen würde.

Wenn wir die ideale Rahmengröße für den Kunden ermitteln, sehen wir das als Service. Ab dem Zeitpunkt wo der Kunde wünscht, dass wir das Rad anpassen, wird der Aufwand verrechnet. Der Betrag setzt sich aus der anfallenden Arbeitszeit und den Kosten für das Smartfit-System zusammen.

Bikefitting Bikesport Attergau
Bikefitting Bikesport Attergau
Bikefitting Bikesport Attergau

Mein Rad wurde gefittet und ich bin gar nicht zufrieden!

Zunächst verwenden wir ein sogenanntes stationäres Bikefitting. Der Ablauf eines solchen Bikefittings wurde bereits weiter oben beschrieben. Dies dient als Basis und deckt bereits 95% der passenden Sitzposition ab. Da zum einen die Messpunkte auch von Personen ohne medizinischen Hintergrund ertastet werden müssen und die der Berechnung hinterlegten Formeln nicht für jeden ganz genau stimmen, kann es hier zu leichten Abweichungen kommen. Wer es genauer haben möchte, kann danach mit einem dynamischen Fitting, mittels Rollentrainer und Videoanalyse vertiefen. Diese Verfahren überlassen wir den Profis von Radlabor, da hier mehr medizinisches Fachwissen und vor allem Zeit gefragt ist.

Höher, höher, höher….

Alle Systeme stoßen an ihre Grenzen. Wie bereits erwähnt gibt es einen Zusammenhang zwischen Lenkerhöhe und Abstand Sattel – Lenker. Ist vom Fahrer eine sehr hohe Lenkerposition erwünscht (die Grenze liegt hier je nach Rad bei ca. +10cm Lenkerhöhe bezogen auf Sattelhöhe), macht das Fitting leider keinen Sinn, da sich der passende Abstand meist baulich nicht realisieren lässt.